Familie Wichtig macht einen Ausflug

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Gestern war wieder mal so ein Moment, der von meiner besseren Hälfte mit dem Satz

Blogger sehen die Welt mit anderen Augen

quittiert wurde.

Recht hatte sie… ich hätte am liebsten in die Tischkante gebissen und habe mir dermaßen mein Netbook herbeigesehnt, dass es schon schmerzhaft war. Live-bloggen wäre es gewesen!

Aber ich will meine geschätze Leserschaft nicht weiter auf die Folter spannen: Meine bessere Hälfte und ich haben uns entschieden, unsere ursprünglichen Pläne für den ersten Mai, nach Dresden zu fahren und dort zwei Freunde von mir zu treffen, die dort geschäftlich waren, verworfen und stattdessen einen sehr entspannten Tag eingelegt, der von einem sehr leckeren Essen gekrönt wurde (Die Buffalo-Wings-Marinade… Herrlich!!!). Wir hatten schon gegessen als dann Famile Wichtig auftauchte.

Und ab da begann dann das Nagen an der Tischkante! Bevor man sich überhaupt setzte, stach der Vater gleich mal los um im Umkreis alle Decken und Kissen einzusacken. Und um gleich mal Missverständnissen vorzubeugen, es war nicht die Tatsache dass Papa Wichtig mit den Haaren aus den Ohren und Jacken und Brillenmode aus den 80ern das tat, nein, es war die Art wie! Dass er anderen Gästen nicht Kissen und Decke entriss, war auch grad alles.

Aber das war ja auch nur die Overture zum ersten Akt… Der Speisekarte. Sohn Wichtig war auf jeden Fall schonmal enttäuscht, dass kein Schnitzel mit Pommes auf der Karte stand.

Mehr oder weniger erlöst wurde die Familie dann von der Kellnerin. Und wenn die gewusst hätte was da auf sie zukommt, sie wäre weg geblieben.

Papa Wichtig (Zur Erinnerung: Brille, Stahlrahmen, Marke Halbgesichtsmaske, graue, abgetragene Jacke und Haaren aus den Ohren) fing an die Kellnerin zu löchern:

  • Wie groß denn der Salatteller sei? – So groß, dass man davon satt werden würde (Was wirklich nicht untertrieben ist)
  • Er würde dann gerne den kleinen Salatteller haben, aber dann doch bitte noch mit Feta-Käse und vorneweg
  • Ob denn das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Portion überhaupt gerechtfertigt sei
  • Und ob es das Pils denn auch in klein gäbe – Ja, das würde es auch in 0,25 geben

Bei der letzten Frage habe ich festgestellt, dass ich für den Job wahrscheinlich ungeeignet wäre. Meine Antwort wäre wohl eher in der Art ausgefallen, dass das Bier hier nur in echten Größen von mehr als einem halben Liter ausgeschenkt wird und er bei kleineren Mengen doch bitte nach Köln oder Düsseldorf fahren soll. Ja, ich hätte sogar noch „bitte“ gesagt!

Irgendwie war die ganze Angelegenheit wie eine gute Fortsetzungsgeschichte… Und die Fortsetzung kam!

Erstmal musste ich mir ein Lachen verkneifen als dann das kleine Pils kam… Duzuiduziduuuu… Wächst das noch? Also ich finde Weizen im 0,2er Glas schon heftig! Und das hier rangiert eindeutig in der selben Liga!

Aber das war nur das Vorspiel… denn der „kleine“ Salatteller kam. Und Papa Wichtig musste erstmal schlucken… genau wie der Rest der Familie

Wenn das der KLEINE ist…

…dann ist der Große größer! Meine Güte, da sitzen ein paar Raketenwissenschaftler und ich habs nicht mal bemerkt!

Obwohl ich immer dachte dass Wissenschaftler lesen können. Das war nämlich irgendwie nicht der Fall: Hauptgang Nummer 1 kam, wurde Mama Wichtig hingestellt… und nicht angerüht! Verwirrung! Ist das mein Essen oder das von Sohn Wichtig Nummer 2?

Das Essen wanderte also über den Tisch… und wurde trotzdem nicht gegessen. Nein, gegessen wurde hier nur die Speisekarte! Denn es bestand Klärungsbedarf, wessen Essen das denn nun eigentlich ist. Dabei kam dann raus, dass die Bedeutung des Wörtchens „oder“ übersehen wurde und dass man anscheinend das Essen nach den nicht vorhandenen Bildern ausgewählt hatte. Konnte also nur eine helfen: Die Kellnerin!

Die, gar nicht dumm, adressierte das Essen wieder um. Und zwar zurück an den Absender.

Leider war das auch schon der finale Schlussakt, denn wir haben dann fluchtartig und höchst zufrieden die Lokalität verlassen.

Und so dringend war der Eintrag dann doch nicht… Immerhin hatte er dann bis heute Zeit 😉 Alles in allem hatte ich aber die ganze Zeit das Gefühl, als müsse sich das Personal geehrt fühlen, dass genau diese Familie die Lokalität heimsucht besucht. Ich frage mich also wie viele Löffel Aroganz man zum Frühstück gehabt haben muss um sowas abzuziehen. Wahrscheinlich gar keine sondern einfach nur mal gaaaanz hart mit dem Kopf irgendwo angeschlagen sein. Und zwar die ganze Familie!

4 Kommentare

  1. Madse sagt:

    Beim abwracken vergessen aus der alten Familienkutsche zu steigen?^^

  2. mahrko sagt:

    Pils kenn ich nur als 0,33 Tulpe 😉
    Bier und weizen als 0,5 und wenn Volksfest ist, dann natürlich 1 Liter. Aber mir 0,2 fang ich auch garnicht erst an *g*

  3. das schöne ist ja dass hier im Kölner Raum die Kellner/innen dauernd arbeiten und nicht nur jede Stunde mal 5 Minuten. darum ist es gar nicht nötig so grosse Gläser zu nehmen wo doch die Hälfte drin schal wird.

  4. hazamel sagt:

    @mahrko:

    Es war eher eine halbe Halbe. 😉

    @noch ein Markus:

    Stimmt, aber was schon abgestanden schmeckt, kann ja nicht noch schlimmer werden. Aber auf diesen ewig schwelenden Nord-Süd-Konflikt werde ich nicht weiter eingehen 😉

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