Die Kirche im Dorf lassen

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Bei aller Tragik und allem Respekt vor den Opfern und Hinterbliebenen des Amoklaufs in Winnenden:

Lassen wir die Kirche im Dorf!

Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Trauergottesdienst in München an dem hunderte teilnehmen? Münchner die sich unter Tränen ins dort ausliegende Kondolenzbuch eintragen? Ein Erzbischof von München der es auf die bösen Killerspiele schiebt?

Haben die alle nicht besseres zu tun? Hunderte Menschen in München die eine persönliche Bindung zu den Opfern in Winnenden haben und deswegen einen Trauergottesdienst vor Ort brauchen? Geht’s noch? 15 weiße Stehlen mit Namen und eine ohne für den Täter? Was soll denn der Müll? Hieß es nicht immer, dass vor Gott alle gleich sind und nur er das Recht hat zu richten? Aber ist es nicht eine Art der Verurteilung, wenn man die eine Stehle ohne Name hinstellt und der in den Medien breitgetretene Name des Täters fehlt?

Und sollte der seltsame Verein in dessen Geschichtsbücher es nur so vor Blut, Folter und Feldzügen tropft, erstmal vor der eigenen Tür kehren? Ich weiß ja nicht was schlimmer ist: Ein Amoklauf oder ein Verein, der Extremisten, rechtgerichteten Holocaustleugnern und Kinderschändern Schutz gewährt? Wie kann sich ein Vertreter einer Gesellschaft ein Urteil erlauben, die Homosexualität für eine Krankheit halten und dessen „geistiges“ Oberhaupt just am selben Tag in Afrika propagiert, dass man die Einstellung zu Kondomen nicht ändern würde, da diese die Verbreitung von Aids nur noch fördern würden.

Und dann wundert sich die Kirche dass die Jugend fern bleibt. Angesichts von Pfarrern, die die Gemeinde schon fast als störend empfinden beim Gottesdienst und solchen Aussagen wie die des Papstes und des Erzbischofes von München wundert mich das gar nicht. Dazu kommt noch, dass man zwar enthaltsamkeit und Zölibat propagiert, aber gleichzeitig einen Hilfsfond in der Hinterhand hat, der bis zu sechs Kinder eines Priesters finanziert. Seltsame Doppelmoral!

Und überhaupt, wenn die Killerspiele die Ursache sind, wann werden Autos und Alkohol verboten? Immerhin sind 2008 4600 Menschen im Straßenverkehr getötet worden. Das sind ungefähr 13 am Tag, was in etwa einem Winnenden pro Tag entspricht. Wo sind denn da die Trauergottesdienste und Kondolenzbücher in München an denen hunderte teilnehmen? 2006 war es statistisch noch jeder 8. der im Zusammenhang von Straßenverkehr und Alkohl ums Leben kam. Und da ich davon ausgehe, dass die Zahl eher nicht zurückgegangen ist, ist das jeden Tag mehr als einer.

Also, würde es nicht langsam mal Zeit, dass die Regierung eher die Kirche, Autos und Alkohol verbietet statt Killerspiele?

Die schönsten Aussage die ich in den letzten Tagen zu diesem Thema gehört habe war folgende:

Also ich hab noch niemanden mit einer Doom-Schachtel in der Hand durch die Fussgängerzone laufen sehen und versuchen jemanden damit zu töten. Stell ich mir auch schwer vor mit der Schachtel

Soviel dazu, dass Killerspiele töten!

3 Kommentare

  1. ja, langsam bekomm ich auch wieder einen Hass auf diese ganze Berichterstattung und das Gedöns drumherum, das ist schon voll daneben.

    von wegen dem alle gleich in der Kirche, erst recht der katholischen, gehst du doch grad bitte zum ortsansässigen Pastor und lässt dir das nochmal erklären, ja?

  2. hazamel sagt:

    @noch ein Markus: Bloss nicht… das ist derjenige, der lieber seine Messe allein feiern würde. 😉 Aber das läuft da ja auch nach dem Prinzip „Animal Farm“

  3. Madse sagt:

    Ich sag ja: zuruecklehnen und sich die Scheisseschlacht von weitem ansehen. Kann ja nix werden, wenn Medien und Politiker zusammen ‚arbeiten’…

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