Hazamelistan

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Die Hölle auf Erden

Ich vermeide es ja so schon, am Samstag in die Stadt zu gehen: Zu viele Auswärtige, Touristen, Trödelschnecken usw. unterwegs. Aber ich habe gemerkt, dass er Höllenschlund nicht in der Innenstadt liegt sondern ausserhalb.

Und er ist das selbsternannte El Dorado für Freizeitsportler aller Couleur! Namentlich:

Decathlon

Nachdem ich den Kassenbereich passiert hatte, kam ich mir eigentlich nur noch vor, als wäre ich direkt in den ACME-Labs gelandet. Alternativ auch im Ballspielparadies zu Tut-Ench-Amuns-Grabmal.

Vollkommen unbeachtet und von den Eltern ungestört kurven, kickten, tobten und sonstwasten Kinder durch den Haupt- und die Nebengänge. Aber vielleicht sind Pseudo-Freizeitsportler einfach so liberal oder von der wahren Warenflut von mehrheitlich hauseigenen Waren so erfreut überrascht, dass sie den Nachwuchs vollkommen verdrängen oder vergessen.

Verdrängen oder vergessen sollte ich auch besser die zwei Begegnungen, wegen welcher ich die Vermutung habe, dass es sich hierbei um das Ballspielparadies der alten Ägypter handelt.

Sicher, wer sich in solch einen Laden wagt, wird NIE, NIIIIE, NIEMALS, auf jeden Fall unter keinen Umständen, zugeben, dass er zum gesetzteren Alter gehört. Nein, hier rennt man, sprichwörtlich, dem Fitnesswahn hinterher. Die Überlegung, ob ich mir ein paar Surfershorts in Schwarz- und Neongrün fürs Schwimmbad kaufe, wurde in dem Moment sofort zerstört, als ein Mittfünfziger mit grauen Locken und einem Topfreiniger-ähnlichen Bart, sehr freudig zugriff… Ehm.. nein…

Ein simples wegdrehen machte es auch nicht besser… Nur vermutlich wenige (sehr wenige) Jahre jünger. Ich habe sie gesehen: Die Mumie!

Eine jung bzw. vermeintlich junggebliebene, fitnesswahnverfallene Frau, deren Bluse mindestens zwei Nummern zu klein war. So klein, dass die ganze Bluse leider nur von EINEM Knopf gehalten werden musste. Mit dem Nachteil, dass auch jeder in der Nähe sofort mit zwei Überinformationen, im doppelten Sinne, bombardiert wurde:

  1. Der für jeden ersichtliche BH
  2. die Last wahrscheinlich nicht mehr lange halten können würde

und dann sicher auch noch diesen, letzten, menschenrettenden Knopf mit einem fast schon satanischen Lachen sprengen würde und dann, druckwellengleich, allen Umstehenden auf einmal das Augenlicht nehmen würde.

Wenn wenigstens das doch schon voher passiert wäre…

Ich, für meinen Teil, werde diesen Laden wohl so schnell nicht mehr betreten. Zu schockierend waren die Eindrücke, die sich dort, wahrscheinlich für immer, auf meiner Netzhaut eingebrannt haben. Und wer jetzt sagt, dass ich da doch hingeschaut hätte:

Es ist eben doch wie ein Verkehrsunfall… Man will nicht hinschauen, tut es aber trotzdem!

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2 Kommentare

  1. Verena 30. Mai 2009

    *lach* … klasse … Warst Du nur aus masochistischen Beweggründen dort oder hast Du – nebst der Badehose des Topfreiniger-Menschen – was gesucht?

  2. hazamel 30. Mai 2009 — Autor der Seiten

    Mein Vater wollte da hin, also haben wir nen Familienausflug gemacht, den ich dann, ungeplant, genutzt habe um einen neuen Schlauch für mein Rennrad zu kaufen

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