Das letzte Lied

Ich bin heute bei jetzt.de drüber gestolpert. Das letzte Lied auf der eigenen Beerdigung.

Im Text selber kommen ja schon einige Vorschläge zu Auswahlkriterien und die Redakteure stellen ihre eigenen Favoriten für die Beerdigung vor.

Ich für meinen Teil habe nach der beerdigerei eines festgestellt: Sollte ich irgendwann mal sterben, was sicher nicht der Fall sein wird, soll es eine stille Beerdigung werden.

Ich finde, dass es auf einer Beerdigung meistens nichts schlimmeres gibt als die Musik, die dann meist noch sentimental-depressiv angehaucht passend zum Thema ist. Ich möchte damit aber jetzt auch nicht diejenigen kritisieren, die für solche Anlässe die Musik raussuchen, es ist nur so, dass das bei mir immer die Momente sind, in denen es mir persönlich, und der Anzahl der Trauergäste die genau dann in Tränen ausbrechen nach auch anderen, so geht, dass das alles noch verstärkt. Und das nicht nur in diesem Moment, sondern auch teilweise lange Zeit danach. Manche Lieder, denen man bis dato neutral oder positiv gegenüberstand sind damit auf einmal negativ besetzt. Es ist fortan egal wo ich das Lied höre, es erinnert mich an diesen Moment des Abschied nehmens von einem geliebten Menschen. Es spült Erinnerungen nach oben, die ich vermeintlich tief in mir vergraben hatte. Und um das den Menschen zu ersparen, die mir das letzte Geleit geben, hoffe ich, dass diejenigen, die das dann organisieren, wenn es denn dann doch mal soweit sein sollte, davon Abstand nehmen.

#Update

Keine Sorge… das hängt NICHT mit dem aktuellen Umständen zusammen 🙂

9 Kommentare

  1. MrBrook sagt:

    Auf meiner Beerdigung soll das „Super Mario“-Theme abgespielt werden. Inklusive dem „Game Over“-Sound.

  2. bei mir gerne Musik aus dem Blues Brothers Film

  3. Meyeah sagt:

    Für mich ist die Vorstellung, dass die auf der Beerdigung gespielten Lieder fortan die Erinnerung an das Ereignis selber auslösen, nichts Negatives.
    „November Rain“ geht mir jetzt eben noch mehr unter die Haut und lässt mich einige Bilder wieder aufleben.
    Ich glaube, ich hätte auf meiner gern „Before The Dawn“ von Evanescence.

  4. Steffi sagt:

    Ich schließe mich der Meinung meiner Vorrednerin an. *g* Mir persönlich wäre es ein großer Trost, wenn ich ein bestimmtes Lied höre, was gespielt wurde, und ich damit an diesen Menschen erinnert werde.
    Irgendwann geraten die Erinnerungen, die in unseren Köpfen von dieser Person vorhanden sind, vielleicht auch mal in ein Hinterstübchen und werden dann mit dem Lied wieder vorgeholt.
    Ich hätte gerne, dass entweder „Träume leben ewig“ von Christina Stürmer oder „Walk Away“ von Aloha From Hell gespielt wird. Wobei sich das bis dahin bestimmt noch ändern könnte. ;o)

  5. MrBrook sagt:

    @Meyeah:

    Aus diesem Blickwinkel heraus sollte man für die Beerdigung vielleicht „Last Christmas“ wählen. Dann ist man sich wenigstens sicher, dass zumindest in jeder Vorweihnachtszeit in Zukunft sämtliche Trauergäste an einen denken 😉

  6. Meyeah sagt:

    Soll ich kotzen?!

  7. MrBrook sagt:

    Lieber nicht hier ins Blog, das gibt ’ne Sauerei. Aber die Reaktion ist nachvollziehbar 😉

  8. hazamel sagt:

    @MrBrook:

    Wenn man ein negatives Lied dann aber negativ besetzt wird das dann im Ganzen wieder positiv?

  9. MrBrook sagt:

    @hazamel: Immer diese tief pilosophischen Fragen. Ich würde spontan sagen, dass sich die Negativität dieses Liedes dann einfach potentiert. Um das Ganze mal mathematisch zu vergleichen:

    Last Christmas = -1
    Ein Tod/Beerdigung = -1

    -1 + (-1) = -2

    Die Gäste sind dann einfach doppelt negativ betroffen. Wobei vielleicht nicht grade die gleichen Gefühle angesprochen werden. Über den Tod der Person sind sie traurig und über das Lied eben… irgendwie angewidert.

    😀

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