Call of Duty – Modern Warfare 2 (+1 Update)

Nach all der Aufregung um das „Flughafen-Level“ habe ich mir dann doch, obwohl eigentlich nicht geplant, Modern Warfare 2 gegönnt. In der Englischen Fassung. Zum einen war die 15 € günstiger als die Deutsche und ist dann eben auch noch um den vollen Flughafen-Abschnitt reicher.

Aber erstmal zu Spiel:

Makahrov, Oberschurke aus dem ersten Modern Warfare-Teil, ist immer noch da und treibt sein Unwesen. Er ist ein Held Russlands und zieht dort seine Fäden. Dem gilt es den Gar aus zu machen, weil er eben böse ist…

Aber wer braucht schon eine Story? Infitiy Ward in Modern Warfare 2 nicht! Definitiv nicht! Man reist in Form verschiedener Personen durch die Welt: Afghanistan, Russland, Washington, die Favelas Rios und Ölplattformen stehen auf dem Reiseplan.

Der Zusammenhang? Naja, theoretisch immer die Jagd nach Makahrov… Aber eben auch nur theoretisch. In der Kampagne kam bei mir nur ganz latent das Gefühl auf, als hätte das ganze einen übergeordneten Zusammenhang.

Ich denke, es wäre auch etwas eng geworden, in den knapp 5 Stunden Kampagne (ich hab auf regular 4 Stunden und 54 Minuten gebraucht, und wäre sicher ein bisschen schneller gewesen wenn ich die ein oder andere Stelle nicht bis zum erbrechen hätte wiederholen müssen) noch eine dichte Story unterbringen zu müssen.

Was mich dann auch schon zum nächsten Punkt bringt: Geschickter Schachzug, das Spiel mittels Steam nicht wiederverkäuflich zu machen. Die geschicktere Lösung ist da wirklich sich das ganze für die Konsole auszuleihen in der Videothek seines Vertrauens und die PC-Version einfach links liegen zu lassen. Nun gut, ich hab halt doch die PC-Version… Weil Call of Duty, weil Shooter, weil eben all das für mich PC ist und nicht Konsole. Und weil, abgesehen von Halo und Gears of War, Shooter eben doch WASD und Maus ist ;). Aber es ist eben Steam-gebunden. Was mir jetzt im ersten Moment nichts ausmacht, weil ich, dank Half-Life 2, eh Steam auf dem Rechner habe.

Den Punkt Multiplayer kann ich nicht richtig bewerten. Die Teile vorher habe ich nie im MP gespielt aber ich werde diesen vielleicht mal im MP testen. Wer es nicht mitbekommen hat: IW hat sich entschieden keinen Dedicated Server mehr bereitzustellen und damit auch gleich Mods und Clan-Trainingsgelände eine Absage erteilt. Damit haben sie sich zwar keine Freunde gemacht, aber den Vorbestellungen (man munkelt etwas von 11 Millionen und das mehr als GTA IV) scheint das keinen signifikanten Abbruch gegeben zu haben.

Soundtechnisch ist es mal wieder bombastisch. Film-Soundtrack lässt grüßen und ist durchaus immer stimmig. Ansonsten Peng und Bumm. Das kann IW ja schon länger und konnte es auch hier wieder.

Grafisch hebt sich der Teil nicht all zu sehr vom Vorgänger ab: tolle Effekte und manchmal will man doch mal ungestört die Gegend beobachten. Aber denkste… Immer dann hüpften dann Tonnen von Gegnern rum wenns am schönsten ist. Interessant dabei ist auch eine tolle Beobachtung: Man scheint ein Geist zu sein! Während der Partner fleißig Spuren im Schnee hinterlässt, macht man selber keine Fußabdrücke! Wow… Scripting at its best 😉

Was die Gegner angeht, schlägt auch wieder das Call of Duty Prinzip durch: manchmal kommt man sich vor wie beim Football wenn man an die First-Down-Linie will: kaum hat man einen Punkt überschritten, hören die Gegnerwellen auf. Ausnahme sind die Zeit-Aufgaben. Aber sonst führt das teilweise nur dazu, dass man wie ein gestörter vorstürmt um endlich seine Ruhe zu haben.

Dann komm ich doch mal zu dem was alle doch so brennend interessiert:

Wie isser denn nu wirklich?! Der Flughafen… So unzensiert?!

Ich muss sagen, das hat mich ziemlich kalt gelassen. Und ja, ich habe mitgeballert. Irgendwie hat es mich weder sonderlich gekickt dass es Zivilisten waren auf die man da virtuell anlegt (das sollte noch mal betont werden) noch ist der Level sonderlich aufregend oder schockierend. Es dürfte sich auf einer Linie mit der genauso berühmt-berüchtigten Spectre-Mission aus dem Vorgänger sein.

Schockierender sind da andere Sachen: Zum Beispiel die Tatsache, dass „die Guten“ Leichen der Gegner verminen und drauf warten, dass noch mehr Gegner kommen um diese dann aus sicherer Entfernung in die Luft zu jagen. Und ja, das machen die Guten!

Oder dass man die letzten Augenblicke seines Helden miterlebt, wie er bei lebendigem Leib gegrillt wird. Dagegen finde ich die Flughafen-Mission eigentlich weit weniger schockierend. Mag dran liegen dass wir früher schon auf dem C64 unserer Lehrer mit dem Panzer verfolgt haben oder auch daran dass ich schon Spiele wie Postal gesehen und gespielt habe. Oder einfach daran, dass es eben nur ein Spiel ist und ich Eltern habe.

Alles in allem finde ich, dass Modern Warfare 2 eher ein großer Gähner ist. Es fehlen die innovativen Ideen wie im ersten Teil, als man z.B. noch durch Tschernobyl gerobbt ist, immer auf der Suche nach Deckung und unentdeckt bleiben musste. Da habe ich fast noch die Luft angehalten als der Trupp russischer Soldaten mehr oder weniger über mich drübergelaufen ist. Wer das in MW2 sucht, der muss schon auf die Spec-Ops zugreifen. In der Kampagne?! Fehlanzeige… Peng und Bumm und mal sowas ähnliches (Jetzt auch mit Herzschlagsensor als Display).

Wie schon oben erwähnt, fällt meine Empfehlung eindeutig aus: Aus der Videothek ausleihen für die Konsole! Die fünf Stunden kann man für die Story an einem Nachmittag opfern.

Zu guter letzt noch das was ich am penetrantesten fand: Der Cliffhanger am Ende… Hallo, Teil 3 lässt grüßen. So plump, dass es sich schon fast für ne Daily-Soap bewerben kann!

Meine Wertung: grad mal 3 von 5 staubigen Fußabdrücken!

#Update Nummer 1:

Naaaaa, hallo… großes Tennis! Scheinbar darf sich, wer die UK-Version hat über das erste Update freuen bzw. Steam begrüßt einen freundlich mit „Localisation.txt failed to load“.

Wer die Integrität seines Spiels testet bekommt auch gesagt dass eine Datei defekt ist. Mich deucht, es liegt daran, dass Steam auf deutsch eingestellt ist, das Spiel aber Englisch ist… Na ich freu mich wie ein Schnitzel!

3 Kommentare

  1. Madse sagt:

    Schade eigentlich. Aber CoD war imho noch nie gut im Geschichten erzaehlen, nur die Inzinierung und handwerklich war es beeindruckend. Werd mir aber MW2 trotzdem nicht entgehen lassen.

  2. hazamel sagt:

    Ja, wobei ich CoD2 spannender (und abgeschlossen) in Erinnerung habe und sich MW2 eben wieder anfühlt wie ein lauwarmers aufguss von MW1. Teilweise identische Sachen nur an anderer Stelle.

  3. Klaus sagt:

    jetzt hast Du mich neugierig gemacht, ich geh in der Mittagspause mal zum Metzger und schau mir da an wie sich ein Schnitzel freut…

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