Braiiiiiiiiiiiiins (Charlotte-Roche-Castor-Edition)

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Dass man nicht unbedingt intelligent sein muss (zumindest nicht scheinbar nicht mehr Intelligenz an den Tag legen muss als eine gewisse Daniela K.) zeigt das Interview in der Süddeutschen mit Charlotte Roche als Neu-Demonstrantin.

Etwas anderes als ein sehr gewagter PR-Stunt kann das ganze ja nicht sein und etwas intelligentere und differenzierter Antworten hätte man sich von der Dame wahrscheinlich schon erwarten können. Aber wahrscheinlich fehlt nach ihrem Ausstieg bei 3 nach 9 einfach die Medienpräsenz und sie wollte sich mal wieder ins Licht rücken.

Blöd gelaufen das.

Natürlich hat Frau Roche, wahrscheinlich voll die Ahnung wie es in einem Kriegsgebiet zugeht und es muss für sie auch sehr überraschend gekommen sein, dass sie ständig von der Polizei kontrolliert wurde. Höhepunkt der Dreistigkeit war dann dass ihr mit einer Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet wurde. Kann der Polizist denn nicht ihr Füße anleuchten während der ihre Personalien feststellt? Solche Diletanten!

Wahrscheinlich hat sie sich, als “Promi”, erhofft einen Bonus zu bekommen: Lasst mich durch ich bin berühmt!

Wer hier schon denkt, dass es schlimmer nicht werden kann (und das nach den ersten drei Fragen) der irrt…

Politisch korrekt ist Frau Roche natürlich nur für friedlichen Protest! Alles andere wäre ja auch ein Imageschaden sonders gleichen…

Leider hat sie sich keine Strategie B überlegt, wie sie damit umgeht, dass man sie nach ihrem Aufruf zum “Schottern” befragt, was von vielen Seiten nicht gerade als “friedlicher Protest” eingestuft wird.

Was ihr dann entfleucht, hat eher das Niveau eines dreijährigen im Sandkasten der seinem Nebenmann eine mit der Schippe donnert, weil der ihm das Förmchen geklaut hat

Was ist der Aufruf zu einer kleinen, feinen Ordnungswidrigkeit im Vergleich zu den aktuellen Vergehen der Bundesregierung?

Kurz: Die anderen haben aber angefangen.

Und, liebe Frau Roche, schottern ist keine “kleine, feine Ordnungswidrigkeit” sondern Sachbeschädigung und damit eine Straftat. Und zu einer Straftat aufzufordern ist auch eine Straftat. Glückwunsch! Jackpot.

Würde man mit der gleichen Argumentationskette ihren Vorgarten verwüsten und dann nicht mehr als 15 € und ein “Du, du, du… das war jetzt aber nicht ok!” fordern, hätte man wahrscheinlich recht schnell eine Armada von Rechtsanwälten am Hals, die einem ganz schnell beibringen, dass es eben keine Ordnungswidrigkeit ist.

Spätenstens hier habe ich dann aufgegeben weil ich schon Kopfschmerzen bekommen habe.

Was die Demonstrationen an sich angeht, finde ich den Zeitpunkt wann demonstriert wird eh seltsam.

Es ist ja schließlich nicht so, dass wir hier fremden Atommüll (okay, es ist ein Kübel französicher Müll dabei) einlagern, sondern es ist unser Dreck, aus unseren Atomkraftwerken, die Strom in unser Stromnetz einspeisen (Ja, liebe Ökostromnutzer, für euch wurden keine eigenen Leitungen verlegt und eure Ökostrom-Elektronen kommen gelegentlich auch in Berührung mit “schmutzigen” Atom- und Kohle-Strom-Elektronen(vgl. Wikipedia). Es sei denn, ihr habt einen Hamster hinter jeder Steckdose eingemauert). Aber hat schonmal jemand was davon gehört, dass ein Transport zur Wiederaufbereitungsanlage be-demonstriert wurde?

Ich finde die Message, die durch die Demonstrationen beim Rücktransport vermittelt wird auf jeden Fall sehr interessant:

Liebe Franzosen!

Danke, dass wir euch unseren Müll schicken durften! Zurück wollen wir ihn aber nicht!

Und das von einer Gruppierung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, dass man den Müll den man macht, auch wieder mit nach Hause nimmt. Sollte einem das nicht zu denken geben?

4 Kommentare

  1. Rööö sagt:

    Ich meine sogar, dass Schottern ein schwerer Eingriff in den Schienenverkehr ist.

    Auch, wenn da keine keine Personenzüge fahren…

    1. hazamel sagt:

      Stimmt.
      Wahrscheinlich habe ich das innerlich ignoriert. Ich fand Sachbeschädigung als “Ordnungswidrigkeit” schon krass genug.

  2. Madse sagt:

    Schon die Konzeption dieses ‘Protestes’ ist imho total bescheuert (“Wir wollen die Strahlung nich, deshalb sorgen wir dafuer, dass die Castoren inner Heide und im Wald rumstehen”). Aber so stehts wenigstens in jeder Zeitung, laeuft in jeder Nachrichtensendung in TV und Radio und wird auf vielen Blogs diskutiert.

  3. hazamel sagt:

    Der Vorschlag kam ernsthaft in mehrern Foren 😉 Einfach stehen lassen. Ich wette, die Umweltschützer würden ganz schön blöde schauen, weil sie nämlich auch keinen Plan haben, was man damit sinnvoll machen sollte.
    Ich sehe ein, dass Atomkraft keine Dauerlösung ist, aber selbst wenn man die (illusorische) Tat tun würde und alle AKWs auf einen Schlag runterfährt, hat man trotzdem den Müll.
    Vielleicht ist es mir bis jetzt in der ganzen Diskussion auch einfach entgangen, aber von Seiten der Grünen oder von Seiten Greenpeace habe ich bis jetzt keinen Gegenvorschlag gehört was man stattdessen mit den Brennstäben machen soll (“Wir lassen den Mist in Frankreich” zählt nicht!). Stattdessen benimmt man sich auch ein bisschen wie 3 Jahre und ist einfach “DAGEGEN”. Soweit ich mich erinnern kann, war “konstruktiv” was anderes. Die Super-Nanny würde solche Leute für ne Stunde auf die Stille Treppe schicken.
    Was auch sehr Öko ist, und jetzt erst rauskommt, ist das Müll, den die zehntausenden Demonstranten in Wald und Wiesen hinterlassen haben. Ein Indiz mehr, dass es nur noch um ein Happening geht und nicht mehr um die Sache. Denn wie schon im Artikel erwähnt, ich kann mich an den ökologischen Grundsatz erinnern, den wir selbst bei der Bundeswehr im Biwak hatten: Alles was wir mitgebracht haben, nehmen wir auch wieder mit nach Hause.

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