Hazamelistan

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Blutig, aber nicht zu blutig: Blood

Neues Spielzeug auf dem iPod und es schrie geradezu nach einer Vernünftigen Einweihung.

Testobjekt war ein Buch, was ich noch „so rumliegen“ hatte und das schon so langsam Staub ansetzte.

Der Titel „Blood“ war auch jeden Fall schon mal vielversprechend und mit 348 schön groß beschriebenen Seiten genau das Richtige für mich.

Alex Cross ist Psychologe beim FBI. Einer von den Kerlen, die immer dann gerufen werden, wenn kein anderer mehr eine zündende Idee hat.

Eines Abends wird seine Frau Maria angeschossen und stirbt in seinen Armen. Der Täter wird nie gefunden. Das Verbrechen lässt Alex Cross aber nie los.

Jahre später wird er zu Rate gezogen weil ein Serienvergewaltiger in Washington sein Unwesen treibt, der seine Opfer erst massiv einschüchtert und dann, wenn sie sich doch trauen den Mund auf zu machen, auf brutale Weise vom Diesseits ins Jenseits befördert.

Und wie es der Zufall so will, scheint es nicht das erste Mal zu sein, dass sich die Wege von Alex Cross und „Dem Schlachter“ kreuzen…

Wie ich mittlerweile weiß, ist Alex Cross ein Serienheld von James Patterson. Ob ich jetzt ein Buch aus der Mitte herausgerissen habe und vielleicht deswegen das eine oder andere nicht so prickelnd fand, kann ich deswegen nicht wirklich einschätzen.

Wirkliche Spannung hat sich bei mir zumindest über das ganze Buch nicht aufgebaut. Die Figur des Alex Cross hadert für einen Thriller viel zu sehr mit Familienproblemen und dem Tod seiner Frau, als dass eine fesselnde Mörderhatz entstehen würde.

Weiter schlimm ist es aber nicht. Denn sein Gegenpart bleibt genauso blass. Ein Mafia-Killer, der von seinem Don zum Abschuss frei gegeben wird. Keine Überraschungen, nichts… Die Morde laufen alle nach dem gleichen Schema ab und wenn man die ersten paar Sätze gelesen hat, kann man sich schon schnell zusammenreimen, wie die nächsten 10 Seiten ablaufen werden.

Einzig am Ende wartet das Buch dann doch noch mit einer Überraschung auf, auf die aber dann nicht mehr weiter eingegangen wird. Schade eigentlich.

Interessant, und auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig, ist die Erzählperspektive. Geht es um Alex Cross hat man es mit eine Ich-Erzähler zu tun, springt das Ganze dann aber in die Sicht eines anderen, so bedient sich der Autor doch lieber der dritten Person. Warum? Keine Ahnung!

Was bleibt also hängen?

Naja, wäre es ein Kinofilm, dann würde ich sagen, es ist nettes Popcornkino, dass man sich im Fernsehen anschauen kann, wenn grad nichts anderes kommt. Aber man hat auch nichts verpasst wenn man den Film nicht sieht. Genauso verhält es sich mit dem Buch.

Da halte ich mich doch lieber an Bücher wie „Der Knochenjäger“.

2,5 von 5 Skalpellen

Blood – James Patterson
348 Seiten
Blanvalet Taschenbuch

ISBN: 978-3442368556

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