Bildungsverstrikt

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Nachdem Miriam sich schon ein paar Gedanken zum Bildungs-„Streik“ in Münster gemacht hat, werde ich das was mir zu den Würzburger Ereignissen durch den Kopf gegangen ist auch mal niederschreiben.

Vorweg: Da ich teil der arbeitenden, steuer- und damit bildungsbezahlenden Bevölkerung bin, habe ich da ganze nicht live miterlebt, sondern das größte Ärgernis nur aus dem Radio erfahren.

Erstmal finde ich die Bezeichnung „Streik“ schon etwas lächerlich. Für mich impliziert das irgendwie dass Schüler und Studenten sich dagegen verwehren, dass sie Bildung verabreicht bekommen… und das wäre ja genau das Gegenteil dessen für was sie sich einzusetzen scheinen.

Auch die Zielgruppe der Demonstranten ist irgendwie seltsam… Schüler und Studenten, die entweder der geforderten Bildung fernbleiben (erlaubt oder unerlaubt) oder einen Teil ihrer Freizeit opfern. Wie viele davon wirklich politisch und für die angestrebten Ziele engagiert sind, ist dann angesichts von Bildern mit Sixpacks und Flasche Bier in der Hand doch fraglich. Doch mehr Party als politische Demo. Oder wie bei Miriam beschrieben „Wir rocken den Bildungsstreik“. Wahrscheinlich ist es einfach nur cool und macht Eindruck… und man hatte Mittwoch-Nachmittag eh nichts besseres zu tun. Und, vielleicht gibt’s ja ein bisschen Action mit der Polizei.

Letzteres hat in Würzburg einer Splittergruppe von 200 Leuten wohl gefehlt. Also hat man sich abgesetzt vom Zug und erst den Röntgen-Ring blockiert und dann zur besten Pendlerzeit den Straßenbahnkontenpunkt an der Juliuspromenade. Ehrlichgesagt hört es da dann bei mir mit dem Verständnis auf. Aus meiner Sicht haben sich die Leute damit sicher keine Freunde gemacht. Und dass sich die Organisation von dieser Aktion distanziert spricht auch schon Bände. Sicherlich ist es auch hier wieder wie auch anderswo, dass eben überall ein paar Spinner sind, die noch einen obendraufsetzen müssen. Aber warum nicht bei sowas dann einfach mal von Seiten der Polizei den Haufen einkesseln, freundlich zur Räumung auffordern und wer nach dem dritten Mal immer noch sitzt hat eben Pech gehabt. Dann kann man sich ja einen nach dem anderen rausfischen, Personalien feststellen und die Meute einmal gesammelt zur Anzeige bringen. Die WVV schließt sich dann sicher auch an um die Mehrkosten dafür auf die Damen und Herrn umzulegen.

Wie gesagt, es geht hier nicht um die geordnete Demo und somit auch nicht darum die Veranstalter/Organisatoren zur Verantwortung zu ziehen.

Und wenn schon bessere Bildungsverhältnisse gefordert werden, dann ist das doch auch auf anderem Wege genau die Generation, die das auch auf anderem Wege ändern kann: Lehramt studieren… Aber dann würde man ja verhältnismäßig schlecht bezahlt werden und müsste sich mit anderer Leut‘ schlecht erzogenen Kindern rumschlagen. Warum auch sonst, gibt es bundesweit so einen massiven Lehrermangel?

Mein Fazit der ganzen Aktion: Wer Bildung fordert sollte sich auch gebildet verhalten und nicht wie der letzte Höhlenmensch, der seinen Spaß auf Kosten anderer hat.

2 Kommentare

  1. Verena sagt:

    Wir haben damals doch auch demonstriert – gegen den vielen Unterrichtsausfall. Ich glaube, das war aber ein bisschen anders. Das Thema ist schon wieder spurlos an mir vorbei gegangen. Ich ignoriere das auch weiter 😉

  2. Miriam sagt:

    „Mehr mehr Bildung fordert sollte sich auch gebildet verhalten“ – Göttlich 😀 Das bringts genau auf den Punkt ^^

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