Arsch auf Eimer

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Öffentliche Toiletten sind immer was tolles… Im Allgemeinen sind das ja Sammelplätze für Keime, Bakterien und Krankheiten von denen man nie irgendwas sehen oder hören wollte.

Nicht umsonst heißt es schließlich, dass eine Schwangerschaft das Harmloseste wäre, was man sich beim Sex in der ICE-Toilette holen kann. Im Zug steht man doch gerne mal in ner nassen Pfütze von der man gar nicht wissen will was es denn eigentlich ist… Setzen? Auf keinen Fall… außer man hat akute Sehnsucht nach seinem Arzt und keine Lust, die nächsten gefühlten 1000 Jahre noch mit irgendwem Geschlechtsverkehr zu haben.

Bleibt im Zug meistens nur eins: Männer pinkeln im stehen, möglichst ohne Berührung der Seitenwände, was dann bei plötzlichen Weichen oder Kurven eben zu jenen berüchtigten Pfützen führen kann… Tja, und Frauen… Frauen werden wohl ihre Oberschenkelmuskulatur trainieren dürfen im Bemühen, ja nichts zu berühren. Alternativ bleibt nur, bis zum nächsten Bahnhof das Wasser in die Augen steigen zu lassen… Aber auch da hat der Herr Hindernisse vor die Nutzung des stillen Örtchens gestellt… das Erste hat man sich dann auch gleich selber mitgebracht: Was tun mit dem Gepäck? Vor allem wenn man allein reist… Und hat dieser Bahnhof dann überhaupt eine „managed relief facility“, die im Zweifelsfall dann halt nen Euro kostet oder ist es der Inbegriff der brackigen Bahnhofstoilette, bei deren Anblick man sich zurück ins ICE-Klo wünscht, um sich lieber dort, wenn’s sein muss, in der Flüssigkeitslache zu wälzen, statt auch nur die Luft im Bahnhofsklo einzuatmen.

Ungefähr auf dem gleichen Niveau dürfte sich dann auch das berühmte Festival-Dixie bewegen. Hunderte Menschen, ein hellblauer privater Ort…. Opfer schlechthin für alles und jeden… Und so sieht es dann auch meistens aus. Gekrönt werden kann das ganze dann noch dadurch, dass man den Rollwiderstand in Kombination mit Gruppendynamik und Alkohol überprüfen muss. Empirische Studien haben gezeigt, dass der Fun-Faktor um einiges höher sein soll, wenn noch jemand drin steckt.

Öffentliche Klos, die als bedenkenlos gelten, oder besser galten, waren für mich immer Klos in Bürogebäuden. Viele Schlipsträger und intelligente (oder sich dafür haltende) Leute, die eigentlich irgendwann vor dem Kindergarten gelernt haben sollten, wie der Arsch auf den Eimer gehört und wofür die ganzen optionalen Tools rund um das Objekt der Erlösung so gedacht sind.

Zum den Standardfeatures gehören unter anderem praktisch aufgewickeltes Papier, das arme, burmesiche Kinder in tagelanger Kleinstarbeit aneinandergeklebt und aufgerollt haben. Nutzungsvariante 1 bezieht sich auf die eigene Hygiene und dürfte klar sein. Nutzungsvariante 2 sollte dann nur der Notfallplan sein, wenn man es eben doch nicht ganz geschafft hat, Loch auf Loch passend zu plazieren.

Feature #2 ist die Bürste… Nein, nicht für den Allerwertesten und auch nicht für die Zähne (für ersteres heißt das Ding Luffaschwamm(irreführende Ähnlichkeit in der Formgebung nicht ausgeschlossen) und im zweiten Fall Zahnbürste) sonder dafür, das Porzellan-Plastik-Dingens in Reichweite zu reinigen… ganz einfache Geschichte: Hand nutzt Bürste mit bürstender Bewegung!

Feature #3 ist schon etwas länger sehr weit verbreitet und ist die Wasserspülung… Knopf drück, Kordel/Kette ziehen oder Hebel drücken lösen einen Schwall Wasser aus, der eventuelle Hinterlassenschaften aus dem Zielgebiet entfernt. Überdosierung der Hinterlassenschaft in Kombination mit exzessivem Gebrauch von Feature 1 kann durchaus mal dazu führen, dass es wieder zu Pfützenbildung um den Thron kommt… Davon gehe ich aber hier mal nicht aus.

Wie schon angedeutet geht man eben davon aus, dass man sich in einem Bürogebäude im Herzen der Bürokratie und Zivilisation befindet. Jeder kann unfallfrei aufs Klo gehen und weiß auch was mit den eben genannten Gegenständen anzufangen.

Fast jeder zumindest….

Der ein oder andere Spezialist schafft es trotzdem sein Geschenk an die Nachwelt nachhaltig zu hinterlassen. Einsatz der gegebene Hilfsmittel: Fehlanzeige! Man kommt, sche**t und geht… Geschockt, doch nicht ganz getroffen zu haben, schmeißt man noch ein Feigen-Klopapier-Blatt in die Schüssel und verlässt den Ort seiner Niederlage gegen Physik und Natur. Nach mir die Sintflut (womit wir doch wieder bei dem eben angesprochenen Thema Überdosis Klopapier wären)! Und damit wäre, wahrscheinlich für den Rest des Tages, wenn sich nicht jemand erbarmt die Putzfrau zu spielen, eines von zwei Sitzplätzen für ein ganzes Stockwerk voller lebender, arbeitender und verdauender Organismen unbrauchbar.

Da frag ich mich doch, ob man nicht nochmal einen Kurs anbieten sollte, bei dem gelehrt wird, wie es richtig geht… Astronauten müssen das ja auch für ihre Weltraummissionen… Nur dass man die Verursacher dieser Zustände in der Schwerkraft wahrlich nicht als Raketenwissenschaftler bezeichnen kann…

2 Kommentare

  1. Madse sagt:

    lol…. Schoen geschrieben. Aber gegen die Klos in meinem Gymnasium (!!) sind Bahnhofsklos noch Orte der Reinheit und Ruhe…

  2. Meyeah sagt:

    Wie wär’s mit einem Anschlag ans Schwarze Brett: „Wer hat denn diese Scheiße fabriziert?“

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