Alljährlicher Schwanzvergleich (+1 Update)

Wir schreiben das Jahr 5 nach meinem Abi (Ja, so herzerfrischend jung bin ich geblieben!). Es ist der 23. Dezember und eine alljährliche Tradition steht an: Das Weihnachtstreffen unseres Abijahrgangs.

Wir brauchen eigentlich kein Klassentreffen, da dieser Termin alljährlich feststeht und notfalls auch noch in allerletzter Sekunde realisiert werden kann (Komischerweise ist in der Kneipe immer Platz am 23. auch wenn wir erst am 10. oder so reservieren).

Klischeehaft ist es meistens genau das, was sich Hollywood unter einem Klassentreffen vorstellt: Ein alljährlicher Schwanzvergleich.

Leute mit denen man schon während der Schulzeit nichts zu tun hatte, mit denen möchte man da auch nicht reden, mit denjenigen, mit denen man zwar Kontakt hatte, aber auch nur oberflächlich, tauscht man ein paar nette Worte aus wie

Was machst du eigentlich?

Wann bist du denn mit deinem Studium fertig?

Wow! Das hört sich ja toll an!

Letztendlich läuft es dabei aber dann auf eins raus: Schauen was der andere so in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat. Was hat der Verhasste Frauenschwarm des Jahrgangs zustande gebracht? Wer ist zum ziellosen Langzeitstudenten verkommen? Und wer ist immer noch der idealistische Träumer von damals geblieben, den man gerne mal mit der Realität kollidieren lassen würde? Hat die Dicke von damals noch mehr zugenommen?

Und dann bleibt noch die Gruppe der Freunde, mit denen man eh Kontakt hat und mit denen man sich über den neuesten Klatsch und Tratsch unterhält. Oder gerne unterhalten würde, weil man vor lauter Smalltalk mit Leuten die man eigentlich nicht leiden kann und bei denen man meistens froh ist sie nicht mehr sehen zu müssen dann gar nicht dazu kommt ein paar Worte mit den Menschen zu wechseln die einem wichtig sind.

Grundlos ist der Kontakt zu all den anderen schließlich nicht abgerissen!

Ich werde nach diesem Abend wahrscheinlich einen ganzen Sack voll bloggenswertem haben, aber jeden zweiten Gedanken wegen zu drastischer Boshaftigkeit streichen müssen und das Gefühl wird nachhalten, dass es zwar ganz nett war, aber mehr eben auch nicht.

Na dann… frohe Weihnachten!

Update:

Es hat nicht sollen sein… Ein paar lästige Ohrenschmerzen setzen mich außer Gefecht! Aber besser heute als morgen

3 Kommentare

  1. Und genau deswegen hab ich mich von diesem Scheiss immer ferngehalten 😉 Die Leute die ich mag seh ich sowieso und der Rest kann gern auf der Titanic kreuzfahren 😀

  2. Madse sagt:

    Warum streichst du die Boshaftigkeiten! *plaerr*

  3. Verena sagt:

    Du hättest mich statt Deiner schicken sollen. Ich hätte sicherlich ein paar tolle Lästereien aus meinem Langzeitgedächtnis ausbaggern und ein paar Deiner Klassenkameraden damit seelisch filetieren können. Wenn die fünf Reiter der Apokalypse mal einen Schnupfen haben, kommt bestimmt auch der Teufel persönlich aus den Tiefen gekrabbelt – meinetwegen auch umgekehrt!

    Ich hoffe Du warst zu Heiligabend wieder fit?

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