Aktion autofreies Würzburg (Spam-a-lot Part 4)

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Ich hab die dumpfe Vermutung, dass die Stadt Würzburg mit dem zuständigen Straßenbauamt eine Wette oder einen Deal am laufen hat, an welchen Stellen man wie viele Baustellen eröffnen muss um den Verkehr in und um Würzburg vollkommen zum kollabieren zu bringen. Wahrscheinlich hängt auch noch die WVV mit drin, die damit die Einnahmen der öffentlichen Verkehrsmittel steigern will.

Von was rede ich da eigentlich, wird sich jeder Nicht-Würzburger fragen.

Von den Maulwurfshaufen!

Fangen wir doch mal direkt vor meiner Haustüre an:

Seit gestern steht da ein großer gelber Bagger, der, wiedermal, zwei der eh schon zu wenigen Parkplätze vernichtet bzw. besetzt hat. Warum? Keine Ahnung… man hat ein Loch gemacht. So wie es den Anschein machte heute Abend wussten nicht mal die Bewohner des Hauses in dessen Richtung das Loch, in dem man scheinbar nach Rohren oder Kabeln gräbt, WAS die Bauarbeiter da zu finden hoffen.

Warum sind es aber zu wenige Parkplätze?

Tja, weil man die Brücke, über die die B19 die Franz-Ludwig-Straße/Erthal-Straße führt immer noch auf der ganzen Länge der Kantstraße saniert wird und, wie man bei Google-Maps schön sieht, da jetzt eben nicht die Autos stehen können, die da bei Google Maps stehen… Und die verteilen sich auf die Keesburgstraße und die Hofmeierstraße.

In der Keesburgstraße steht aber ja, wie gesagt, seit heute ein neues Loch und ein Bagger… Zusätzlich zu dem Dixi-Klo, dem Grünabfallsack und der Rollpalette, auf der das Gerüst lagert, das von der anderen Baustelle auf der anderen Straßenseite abgebaut wurde (Anzahl Parkplätze -3).

Nuuuun gut… ich habe mich schon fast gewöhnt, fast jeden Morgen erstmal eine kleine Wanderung zu machen um zum Auto zu kommen… Aber damit ja nicht genug! Jetzt wird es erst riiiichtig lustig.

Seit geraumer Zeit wird an der Karl-Diem-Halle s.Oliver-Arena die Brücke über die B19 saniert (Man merkt schon… Man hat an der B19 einen Hang zur Brückensanierung). Was auf dem verlinkten Google-Maps-Ausschnitt süd-östlich der Brücke/B19 noch eine schnuckelige grüne Auf- und Abfahrt ist, wurde kurzerhand abgeholzt und in eine 4spurige Umleitung der Brücke verwandelt.

Bis vor ein paar Tage… Damit die umgewöhnung nicht zu krass ausfällt, hat man das ganze auch schrittweise gemacht, zumindest für die Leute, die in Richtung Heidingsfeld wollen.

Schritt 1:

Weg von der Ampel mit Abbiegespur an dieser Stelle, hin zu ohne Ampel: Linke Spur geradeaus über die Mainbrücke, rechte Spur rein in die Sanderau.

Schritt 2:

Verlegen der Abbiegespur nach hier und nur noch eine Geradeausspur Richtung Heidingsfeld…

Schritt 3:

Und das ist überhaupt der schönste! Sperren der vorher erst zwei, dann einen Spur nach Heidingsfeld. Umlegen/-leiten auf die vormal linke Spur aus Richtung Heidingsfeld. Kurz: Aus vier mach zwei. Morgens noch kein Problem… Aber, hallo… Nicht nachmittags um kurz nach 4!!!

Dazu muss man wissen: Die B19 kommt von das A3 AS Würzburg-Heidingsfeld zweispurig den Berg runter um dann genau an der Baustelle in ein herrliches Nadelöhr zu fallen… Da kommt nämlich von Heidingsfeld der Berufsverkehr hoch und vom Berg alles runter. Was nicht wenig ist, da, der eine oder andere wird es wissen, in Würzburg-Randesacker auch gerne mal die Autobahn nach Biebelried, zu ist (Baustellenbedingt) bzw. Richtung Aschaffenburg ab Würzburg-Heidingsfeld, na, wer errät es, richtig, Baustelle ist!

Gestern ging es noch aber heute war man sowohl über die B19 vom Berg runter, wie auch durch Heidingsfeld, einfach nur gearscht. Gestanden habe ich ab der Ecke Wendelstraße/Andreas-Grieser-Str.

Da ich mir gedacht habe, dass ich mir das nicht antue mich an der B19 anzustellen (Das Auto an Ort und Stelle stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen wäre schnelle gewesen) habe ich mich entschieden über die Löwenbrücke zu fahren. Ob das so viel schneller war, kann ich nicht beurteilen. Denn die Löwenbrücke ist die Kreuzung mit der vielleicht beschissensten Straßenbahnbedingten Ampelschaltung in ganz Würzburg. Richtig, ich stand!

Und nachdem ich mich über die Ampel gehechtet hatte, stand ich ziemlich schnell wieder. Denn schließlich buddelt man auch noch am Studentenhaus wo man aus zwei Spuren Richtung Innenstadt, eine Spur Richtung Hubland/Frauenland nur noch eine Spur Richtung Innenstadt gemacht hat. Rückstau garantiert bis in die Franz-Ludwig-Straße. Wer Richtung Hubland/Frauenland will muss die Virchowstraße hinter und dann in die Weingartenstraße wieder zurück. Theoretisch zumindest.

Praktisch sieht das eher so aus, dass mehrere Intelligenzbolzen meistens die Kreuzung Weingartestraße/Franz-Ludwig-Straße in Richtung Stadt lahmlegen, dass man gar keine Chance hat zur Ampel vorzudringen um Richtung Frauenland zu fahren. Nebenbei… In der Weingartenstraße steht eiiiiiiin…. jaaaaaaaa… Bagger!!! Das sinnvollste ist es dann meistens über Neuberg- und Friedenstraße auszuweichen wenn man „nach oben“ will.

Zeit heute für eine Strecke von etwas mehr als 5 km, für die ich sonst 10 Minuten brauche: 30 Minuten!

Wer übrigens meint, dass er es dann auf der B19 nach der s.Oliver-Arena hinter sich hätte, der irrt. Und damit schließt sich auch der Kreis. Denn auch diese Brücke ist vierspurig… Außer man sperrt zwei Spuren Richtung Lengfeld und leitet den Verkehr auf die Gegenfahrbahn… 😉

Ein Glück, dass ich vorher abbiegen kann!

Wie gesagt… ich halte das alles für einen perfiden Plan, die Autofahrer so zu entnerven, dass sie aufs Auto verzichten.

Wer auch immer auf der Stadt dafür verantwortlich ist: ich wünsche ihm, dass er EINMAL diese Runde drehen muss!

4 Kommentare

  1. hach, Autofahren in der Stadt ist doch was schönes, nicht wahr?
    🙂

    was war eigentlich aus dem schicken BMW geworden den du dir leisten wolltest?

  2. hazamel sagt:

    Wobei ich mich nicht erinnern kann dass es irgendwo sooo schlimm war wie im Augenblick in Wü… Selbst als sie die Straße in Dortmund vom Stadion in die Stadt umgebaut haben vor der WM war das nicht so chaotisch

    Der BMW und das Thema Auto sind erstmal verschoben… Nicht noch eine Baustelle mit der ich mich beschäftigen muss.

  3. Man könnte natürlich auch alle Brücken vergammeln lassen, bis sie mal unter ein paar Autos zusammenfallen …

    Auf der anderen Seite beschweren sich die Autofahrer ständig über den schlechten Zustand der Straßen in der Stadt. Aber reparieren ist verboten, denn dann wird man ja durch eine Baustelle aufgehalten.

    Wie wäre es denn mit der Anschaffung eines Fahrrads? In der Stadt mit dem Auto herumzudüsen ist nicht gerade schlau 😉

    Patrick

    (Innenstadtbewohner, Fahrradfahrer, Autobesitzer)

  4. hazamel sagt:

    @Patrick:

    Ich beschwere mich ja nicht, dass sie bauen sondern dass sie an x-Stellen gleichzeitig massiv die Erde und den Verkehr bewegen 😉

    Und Fahrrad: ja, habe ich probiert… Nur wenn man auf dem Heuchelhofberg arbeitet, dann überlegt man sich das gut, ob man da morgens mit dem Fahrrad hochstrampelt, wenn man dort keine dusche und gelegentlichen Kundenkontakt hat. 😉

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